Die letzten Tage in Deutschland – Kapitel 2

Die Zeit vergeht wie im Flug. Wenn du diesen Beitrag liest, sind es nur noch 28 Tage bis zu meiner Ausreise. Nur noch 28 Tage! Wow. Das fühlt sich alles noch so surreal an aber bald sitze ich im Flieger über den großen Teich. In meine neue Wahlheimat für ganze 11 Monate. Gab es in deinem Leben schon etwas, auf das du dich sehr gefreut hast, was sich aber dennoch unwirklich angefühlt hat?

Montag, 05. Juli 2021

Wie bereits im letzten Tagebuch Eintrag, habe ich den Montag eher mit organisatorischen Dingen verbracht. Ein paar Pressefragen beantwortet, mit meiner Arbeit noch etwas geklärt und all meine Unterlagen zusammengesucht für den bevorstehenden Visumstermin. Da mein Mann leider krank geworden ist, blieb die Haushaltsarbeit auch komplett an mir hängen und die Ponyzeit war für diese Woche deshalb leider Geschichte.

Dienstag, 06. Juli 2021

Dieser Tag war für mich sehr nervenaufreibend. Ich hatte meinen Termin beim Tropenarzt in Beeskow. Nachdem ich bei meiner Hausärztin gewesen bin und mir dort einige Auffrischungen geholt hatte, ging es nun zu einem fremden Arzt. Für eine professionelle Beratung hinsichtlich Impfungen in Amerika hat mir meine Hausärztin lieber eine Überweisung an einen Profi in diesem Bereich gegeben. Da ich meine Platzierung noch nicht kenne und wir ein Empfehlungsschreiben von der Organisation bekomme haben, hatte ich mich diese gehalten und deshalb gab es eine Meningokokken Impfung (A, C, Y und W). Zur Sicherheit haben wir auch Blut abgenommen. Mein persönlicher Endgegner. Die Blutabnahme soll zeigen, ob ich noch gegen Hepatitis B geschützt bin. Drückt mir die Daumen, dass mein Köper noch genug Schutz dagegen vorweist. Ich habe keine Lust, auf noch eine Spritze. Sonst beschwere ich mich nicht über die Maskenpflicht aber hierbei knockt es mich es mich jedes Mal aus…

Mittwoch, 07. Juli 2021

Meine Zeitplanung an diesem Tag war für die Katz… Ich musste schon relativ früh aufstehen, da es mit Sunny (meinem Hund) zur Osteopathin ging und danach sollte es den ersten PPP-Besuch geben. Eine andere Teilnehmerin hatte sich auf mein Angebot gemeldet und wollte bei mir Übernachten, da wir am drauffolgenden Tag einen Termin bei der Botschaft für unser Visum hatten. Bereits auf der Fahrt nach Potsdam zur Osteopathin stand ich im Stau, weil irgendwelche Gaffer der Meinung waren, anhalten zu müssen, um den Unfall auf der anderen Gegenfahrbahn zu betrachten. Warum tut man das? Ob diesen Personen klar ist, dass sie damit auch einen Unfall hätten auslösen können. Glücklicherweise hat sich dieser Stau dann aber relativ schnell aufgelöst aber alles konnte ich an verlorene Zeit nicht mehr rausholen und somit verzögerte sich alles nach hinten. Umziehen war dadurch zuhause angekommen nicht mehr drin. Hund rausschmeißen, letzten Handgriffe und ab wieder ins Auto zum Bahnhof die andere Teilnehmerin abholen.

Wir haben den Nachmittag/ Abend dann noch genutzt um uns kennenzulernen und über die Vorfreude auf das bevorstehende Jahr aber auch über einiges organisatorisches zu quatschen. Da Sophia (so heißt die andere Teilnehmerin) vegan lebt, war ich „gezwungen“ auch vegan zu kochen. Schließlich lässt man keinen Gast verhungern. Das fand ich gut, denn wir (auch Robert) versuchen uns durchaus bewusster zu ernähren aber man fällt halt doch gerne in alte Muster zurück. Sprich Gerichte die man schon kennt und gut schmecken.

Donnerstag, 08. Juli 2021

Da unser Visumstermin von meinem zuhause sehr blöd gelegen war, sind wir bereits um 05.00 Uhr aufgestanden. Denn bei solchen wichtigen Angelegenheiten steckt die deutsche Pünktlichkeit einfach in mir. Mehr zum Visumstermin aber in einem gesonderten Beitrag.

Da es ein Gruppentermin gewesen ist und noch mehr PPPler wegen ihrem Visum in Berlin waren, haben wir die Zeit genutzt, um uns kennenzulernen. Jedenfalls ein Teil. Bei irgendwas zwischen 30 und 40 Personen ist das natürlich eine eigene Angelegenheit. Mit dem einen hat man sich halt mehr unterhalten und mit dem anderen etwas weniger. In einer kleineren Gruppe waren wir in einem amerikanisch eingerichteten Laden Mittagessen und natürlich gab es Burger. Danach ging es in zwei Cafés. Im Zweiten sind wir dann zur der anderen Gruppe gestoßen. Was die Kellnerin nicht gerade freute. Auf der einen Seite konnte ich die junge Dame verstehen. Bei so einer großen Truppe ist das Bedienen schlichtweg anstrengend aber wir haben nichts getan und sie war von vornherein unhöflich. In dieses Café am Alexanderplatz werde ich deshalb nicht mehr gehen. Anschließend war es für die, die noch einen Negativtest brauchten an der Zeit sich testen zu lassen. Es ist schon ein echt gutes Gefühl überall ohne Probleme hingehen zu können. Da macht das Ausgehen gleich viel mehr Spaß. Mit frischen Negativtest und Impfausweisen ging es dann zum Restaurant Peter Pan. Ein Burger am Tag reicht schließlich nicht, um sich auf die bevorstehende Zeit vorzubereiten. Der Avocadoburger war aber zum reinlegen (!) und hier gibt auch es Platz für 30 Personen und freundliche Bedingungen. Danach war der Abend um kurz vor 22 Uhr für Sophia und mich zu Ende und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Das Auto stand schließlich noch am A**** der Welt und ich musste dann ja auch noch selber fahren. Gegen 23:55 Uhr waren wir aber zuhause und konnten etwas länger schlafen bis dann der Wecker um 09.00 Uhr wieder klingelte. Denn Sophia wollte nach Hause und ich wieder nach Berlin, um mich mit ein paar anderen Teilnehmern, die für ein paar Tage in Berlin blieben, zu treffen.

Freitag, 09. Juli 2021

Länger schlafen war das vom Gefühl her eher nicht. Knapp neun Stunden haben nach so einem aufregenden Tag nicht gereicht. Jedenfalls nicht meinem Körper aber der Tagesplan stand bereits und um 10:30 Uhr mussten wir los um pünktlich beim Zug anzukommen. Sophia und ich fuhren bis Berlin gemeinsam und konnten noch ein bisschen quatschen. Bis Sophia um- und ich aussteigende musste. Während ihr Ziel das eigene Zuhause gewesen ist, wollte ich den Trip nach Berlin nutzen und zum Dussmann gehen. Da ich Bücher liebe (www.chaosmariechen.de) musste das einfach sein.

Danach ging es mit den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen einmal quer durch Berlin. Ziel war das Tempelhofer Feld. Ausstiegen wir in Alt-Tegel. War jetzt nicht das wirkliche Endziel, dass wir angepeilt hatten aber da es regnete ging es halt wieder in die U-Bahn. Und siehe da! Als wir ausgestiegen sind, jetzt an der richtigen Station, hat es nicht mehr geregnet. Anschließend gab es einen verspäteten Mittagssnack, eine kurze Pause im Hotel der Teilnehmer:innen von weiterweg und dann ging es Abendbrot essen bei einem guten Mexikaner (ist ja eigentlich auch eine Einstimmung, oder?) mit einer hervorragenden Bar. Nach zwei guten Mango Coladas verabschiedete ich mich aber um kurz nach 23:00 Uhr und machte mich auf den Weg nach Hause.

Samstag, 10. Juli 2021

Ausschlafen! Das habe ich erstmal am Samstag gemacht, bevor ich dann gemütlich in den Tag gestartet bin und mit Robert die neuste Loki Folge gesehen habe. Verdammt, ist das spannend! Da die Männer einen Baumarktausflug gemacht haben, weil einer bei uns in der Nähe schließt und deswegen 90% Rabattaktion hat, habe ich mich um die Hunde gekümmert. Die Zeit mit den liebsten Vierbeinern darf jetzt schließlich auch nicht zu kurz kommen.
Da ich am Abend noch auf eine relativ spontane Kostümparty von einer Freundin eingeladen war, richtete ich mich als Musa aus Fate – The Winx Saga her und dann hieß es schon wieder: PARTY.

Auch wenn ich zuhause bin, vergeht die Zeit wie im Flug und gefühlt schaffe ich einfach nichts. Jeder will einen nochmal sehen und ich finde es auch super schön nochmal intensiv Zeit mit dem engsten Kreis der Familie und Freunde zu verbringen. Es schlaucht aber auch etwas.

Sonntag, 11. Juli 2021

Da ich am Abend mit meinem Mann nach Cottbus wollte, musste ich bereits wieder kurz nach 09:00 Uhr aufstehen. Robert hatte keine Lust, dass ich sonst am Abend solange wach bin. Kann ich gar nicht verstehen… du?

Dafür habe ich die Zeit genutzt und mein Sonntagsvideo geschnitten und am Nachmittag hatten wir Karten für eine Vorstellung von Oper Oder Spree. Dies war meine erste Oper und ich kann dir das Musikfestival empfehlen.

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